Statistisch gesehen gehen sich pro Eishockey-Partie pro Spieler rund 2 bis 5 Schüsse auf das Tor aus. Damit sind „richtige Schüsse“ oder zumindest gezielte „Handgelenks-Schlenzer“ gemeint.

Und bei unserer persönlichen Spielstärke gehen davon so rund 80% bis 90% mittig auf den Tormann.

„Mittig“ bedeutet auf die magisch-magnetische „Zielscheibe“ zentral auf der Brust des Tormannes. Interessanterweise hat die wohl jeder Tormann auf seinem Trikot aufgedruckt, egal gegen welchen Goalie gespielt wird.

Knick in der Optik oder liegt es am Tunnelblick?

Scheinbar geht es aber auch anders. Denn es fallen in jedem Spiel mehrere Tore, einige davon auch durch „richtige Schüsse“. Woran liegt es also?

Es ist schon spannend, denn beim Aufwärmen findet der Puck regelmäßig ins (leere) Tor. Oft schlagen die Scheiben in den Kreuzecken ein. Nein, vielmehr detonieren sie dort richtig, egal aus welchem entlegenen Winkel sie auch abgefeuert werden.

Auch beim Einschießen des Goalies gelingen immer wieder Schüsse in Richtung Kreuzeck oder anderer offener „Lücken“ – auch wenn der Tormann einige davon pariert, werden sie nicht von der imaginären magnetischen Zielscheibe auf des Goalies Brust magisch angezogen.

Aber warum ist dem so?

Wir sind keine Sportpsychologen, haben aber so unsere Vermutungen.

Perspektivenwechsel

Erstens verändert der Tormann im Tor die Perspektive des Spielers. Baut sich der gegnerische Keeper richtig groß vor einem auf, kommt er vielleicht auch noch etwas aus dem Tor entgegen, so wandert der Focus des anstürmenden Spielers von den freien Flächen des Tores auf den optisch dominanten Netkeeper.

Tunnelblick

Es entsteht so etwas wie ein Tunnelblick. Damit werden die Steuermechanismen des Schützen durch das Unterbewußtsein abgelenkt – dieses erkennt den Tormann als zentrale Gefahr.

Stress, Zeitdruck, die Gegner

Ausserdem sind im Spiel die Situationen auch selten so ruhig und unbedrängt wie beim „Warm Up“. Damit kommt noch ein zeitlicher Druckfaktor, Stress durch die gegnerischen Abwehrspieler dazu, wodurch die Bewegungsabläufe nicht ideal abgerufen werden können.

Unsere Schußtechnik

Nicht zu vergessen: Weil ganz einfach unsere Schußtechnik nicht paßt!

Also was tun?

Wir arbeiten seit Beginn unserer Hobby-Eishockey-Karrieren mit mehr oder weniger Erfolg (hängt meistens vom Zufall ab) an der Problemlösung.

Verrückte Ziele

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Einen mentalen Trick haben wir uns aber zurecht gelegt, der zumindest hin und wieder hilft: Stell dir in den Ecken des Tores, auf die du zielen möchtest, irgendwelche obskure, schrille oder einfach verrückte Symbole, Figuren oder Ziele vor.

Umso verrückter, desto besser. Und nun nimm dir vor, diese imaginären Ziele zu treffen, zu zerstören oder abzuschießen. Damit kannst du schon beim Aufwärmen „mentale Anker“ setzen um dich auch im Spiel auf diese Ziele konzentrieren zu können.

Training hilft

Außerdem versuche deine Schußtechnik mit gezieltem Training zu verbessern. Hier gilt wohl das gleiche wie bei anderen Sportarten – nur wer gezielt Schüsse trainiert (aus dem Stand und aus der Bewegung) wird sich hier verbessern.

Follow thorough

Eine besondere Bedeutung beim Schuß hat offensichtlich der „follow through“, also die Endposition, die der Schläger nach dem Durchschwingen einnimmt. Versuche hier immer auf den anvisierten Punkt zu zielen. Dann wird sich auch die Zielgenauigkeit automatisch verbessern.

Und auch, wenn mit diesen Tipps „noch immer“ 50 Prozent der Schüsse zentral auf der Tormann-Brust abprallen, so finden damit doch auch drei von zehn Versuchen mehr den Weg zum gewünschten Ziel. Wir üben selbst auch fleißig und freuen uns über jede Anregung von eurer Seite, um unsere Zielgenauigkeit und Schußtechnik zu verbessern.