In Hobby- oder auch Bier-Ligen herrschen andere Voraussetzungen und andere Regeln, als im von Verbänden und Vereinen organisierten Ligabetrieb. Dennoch geht es hier aber auch durchaus emotional und mit gewissen erfolgsbezogenen Zielsetzungen an die Sache.

Meistens gibt es in jeder Mannschaft klare „Hackordnungen“, also Einschätzungen, wer in der ersten Linie spielt und wer „sonst noch aufs Eis darf“. Weil bei dieser Art von Spielen zu 99,9% ohne Coach agiert wird, ergeben sich durch kürzere oder (meistens) längere Wechselintervalle auch unterschiedliche Konstellationen der Linien gegeneinander. Manchmal spielt die erste Linie gegen die erste Linie, manchmal die erste gegen die zweite, usw. – aber eher auf Zufall, als auf Planung („Line Matching“) basierend.

Während es nun für die arrivierten, besseren, oder einfach technisch stärkeren Spieler meist um die eigene Torbilanz, oder die ihrer Linie geht, steht für andere das reine Überleben im Vordergrund.

Und wie soll das für schwächere Spieler Spaß machen?

Das wiederum hängt von einigen individuellen und einigen gruppenspezifischen Faktoren ab. Sowohl Motivation als auch Zielsetzung eines jeden Spielers sind unterschiedlich – meistens auch für jeden Spieler selbst von Spiel zu Spiel. Ein oder mehrere Tore erzielen, kein Gegentor mit der eigenen Linie bekommen, mehr Tore bzw. Punkte als ein spezieller Gegenspieler zu erzielen, usw. So können die Zielsetzungen aussehen und damit schon den Grundstein für das Fazit nach der Partie legen.
Wenn wir uns aber eine leistungstechnisch relativ ausgeglichene Eiszeit als Vorgabe zurechtlegen, und nun die ursprüngliche Frage nochmals stellen, können wir einige Antworten ableiten:

Eishockey ist eine Mannschaftssportart

Umso mehr hängt die persönliche Zielsetzung für ein Match auch vom Beitrag der eigenen Mitspielern ab. Wenn die Linien-Chemie stimmt und „miteinander“ statt egoistisch gespielt wird, können mit kurzen Pässen, ständiger Bewegung und gegenseitigem Aushelfen auch deutliche Leistungsunterschiede kompensiert werden. Hilfreich ist hier eine gewisse Ausgewogenheit einer solchen Linie (ein extremer Leistungsunterschied erzeugt hier Disharmonie).

Überlasse die Kunst den Künstlern

Es gibt auf jedem Spielniveau „Zauberer“ und „Arbeiter“. Entsprechend sind einige Tore wahre Kunstwerke, während andere nicht unbedingt eine TV-Wiederholung wert wären. Unter dem Strich, zählen aber beide Varianten gleich viel. Damit können auch nicht so talentierte Spieler in selbem Maß zum Mannschaftserfolg beitragen. Also abfälschen, abstauben oder einfach nachstochern, solange die Scheibe frei vor dem gegnerischen Tormann liegt.

Halte Deine Position in der Verteidigung (auch als Stürmer)

In vielen Spielen geht es beim Kampf um den Sieg weniger darum Tore zu schießen, als keine zu bekommen. Gerade wenn du noch nicht so gut spielen kannst, fällt das Scoren oft schwer. Umso besser ist es da möglichst jeden Shift ohne Gegentor zu beenden.

Der beste Weg hierfür ist es, nicht zu offensiv zu agieren und vor allem in der Verteidigung deine Position zu halten. Das gilt ganz besonders für die Flügelstürmer. In unserem Beitrag Stürmer schnapp dir den Verteidiger erfährst du mehr dazu. Wenn möglich, sollte der Centerstürmer der stärkste Spieler deiner Linie sein, da ihm in der Defensive eine besonders zentrale Rolle zukommt.

Spiele möglichst kurze und einfache Pässe

Natürlich machen die langen, spektakulären Pässe, die gute Verteidiger diagonal über das Feld spielen können, das Spiel schnell. Aber dafür benötigt man nicht nur eine gute Übersicht, sondern auch entsprechende Kraft und Technik damit der Pass nicht von den Gegenspielern abgefangen wird.

Überlasse zumindest in den ersten Partien diese Pässe den erfahrenen Spielern und verlege dich lieber darauf kurze Pässe zum nächsten Teamgefährten (oder zumindest in seine Nähe) zu spielen. Kurze Pässe benötigen nicht so viel Kraft und weichen auch bei leichten „Zielschwächen“ nicht so stark vom Passziel ab wie lange Pässe.

Safety first

Dieser Tipp ist besonders für die Stürmer wichtig, wenn sich der Puck im eigenen Verteidigungsdrittel befindet. Wenn die eigenen Verteidiger unter Druck stehen und endlich die Scheibe hinter dem eigenen Tor erkämpft haben, versuchen sie diese über die Bande aus dem eigenen Drittel zu spielen.

Das Ziel: der Puck muss über die blaue Linie, damit alle gegnerischen Angreifer das Drittel verlassen müssen und gezwungen sind einen neuen Angriff aufzubauen. Wenn aber die Kraft des Befreiungsschlags nicht ausreicht, landet der Puck oft beim verteidigenden Stürmer, der nun den Puck weiterspielen soll. Auch wenn erfahrene Spieler nun zuerst versuchen werden, den Puck mit einem gezielten Pass zu einem Mitspieler zu passen, um den Gegenangriff zu starten, sollten Einsteiger darauf verzichten. Erstes Ziel ist es den Puck über die blaue Linie zu bringen! Also mach genau das.

Versuche den Puck halbhoch über die Bande aus dem eigenen Drittel zu spielen, nicht aber mittels Pass die blaue Linie in Feldmitte entlang. Dadurch entlastest Du die gesamte Linie und ermöglichst es den müden Mitspielern zum Wechseln zu fahren.

Sobald Du wieder atmen kannst, rede!

Kommunikation während und zwischen den Shifts ist mehr als nur Zeitvertreib. Während eines Spieles lassen sich gewisse Tendenzen erkennen und durch gute Kommunikation nutzen: „Der linke Verteidiger ist heute nicht so aggressiv…“ oder „Wir können in dem Fall diese Variante probieren…ich fahre dann…während du dorthin fährst…“

Gerade für nicht so versierte Spieler, bei denen Spielabläufe nicht im Visuellen Cortex eingebrannt sind, helfen solche vorher abgesprochenen Spielzüge manchmal weiter. Auch wenn etwas nicht funktioniert, hat man eher das Gefühl zu wissen, was passieren sollte bzw. könnte.

Von nix, kommt nix!

Und das gilt auch fürs Eishockey. Nur einmal in zwei Wochen aufs Eis zu gehen, und zu erwarten in einer flotten Partie einfach so mitspielen zu können, klingt etwas illusorisch, oder zumindest romantisch.

Nimm dir im Gegenteil doch vor, regelmäßig an Details deines Spieles zu arbeiten und diese Dinge konsequent auch im Match zu üben. Dann kommst du an den Punkt, wo der Backhand-Haken halbwegs verlässlich funktioniert, oder vielleicht auch mal das Timing für den schwierigeren Vorwärtshaken klappt.

Diese technischen Fertigkeiten dann im Spiel erfolgreich anzuwenden, ist für manchen Spieler schon Spaß und Erfolg für sich. Für andere sind dies nette Dinge, die sich aber bestimmt recht bald in Form von Toren manifestieren.

Don’t give up

Laß dich nicht unterkriegen! Wie oft kommt es vor, dass David den Goliath besiegt? Wenn es also mal nicht so läuft, nimm es nicht zu persönlich – auch andere setzen sich Ziele. Andere Ziele halt.