Viele Eishockeyspieler wurden als Stürmer geboren. Sie sind schnell, agil und vor dem Tor ohnehin Vollstrecker … oder, so ähnlich.
Auf jeden Fall gibt es auch für Eishockey-Stürmer einige Dinge zu beachten um das Zusammenspiel innerhalb der Mannschaft zu verbessern.
Wir geben euch in den nächsten Wochen einige Tipps aus unserer persönlichen Erfahrung (also keine Fach- bzw. Trainer-Tipps), was einem Stürmer hilft. Zum leichteren Verständnis und damit die Tipps leichter zu verarbeiten sind, geben wir euch die Tipps gestaffelt in “Portionen”.

#1 Der Puck muss als Erstes über die blaue Linie

Hurra, ich habe den Puck. Und was jetzt?
Laufend ergibt sich im Spiel die folgende Situation: Der Stürmer (egal ob Center oder Flügel) bekommt nach dem Anspiel (Bully) oder vom Verteidiger den Puck und soll ihn nun möglichst kontrolliert ins Angriffsdrittel bringen.
Aufgrund der Abseitsregel im Eishockey muss der Puck vor dem ersten Angriffsspieler die blaue Linie überqueren, was auch bei Hobby-Partien meist recht genau genommen wird. Daher kann ein kurzes Zögern des puckführenden Spielers bereits ausreichen. dass einer seiner Mitspieler ins Abseits fährt.
Um dies zu verhindern gilt es beherzt ins Angriffsdrittel zu fahren oder den Puck im Notfall „tief“ (dh hinter das gegnerische Tor) zu spielen.
Es gibt für den sogenannten „Zone Entry“, also das Eindringen ins gegnerische Drittel viele taktische Varianten. Für Einsteiger geeignet ist hier u.a. der Pass „in den Lauf“ zu einem der beiden Angriffskollegen. D.h. Wenn ein zweiter Stürmer schneller von hinten nachkommt, kannst du ihm den Puck entweder voraus (also in Laufrichtung) „in den Lauf“ spielen oder, wenn er deine Laufrichtung hinter dir kreuzt den Puck einfach „ablegen“ (sozusagen hinter deinem Rücken liegen lassen), sodass er den Puck mit vollem Schwung mit ins Angriffsdrittel nehmen kann.
(Einigen taktischen Varianten hierzu widmen wir uns in einem anderen Tipp)

#2 Achtung Einsteiger-Falle: Querpässe an der gegnerischen blauen Linie

Passend zum ersten Tipp gleich eine Warnung für Einsteiger. Wenn du mit dem Puck ins Angriffsdrittel fährst, heißt es nun die Zone zu behaupten. Falls du schon kurz hinter der blauen Linie durch die Verteidiger unter Druck kommst, solltest du den Puck nicht einfach entlang der blauen Linie quer spielen, denn dabei ist die Gefahr eines Fehlpasses und damit eines raschen Breakaways (Konters) der Gegenmannschaft sehr groß. Doch warum ist das so?
Die Ausgangssituation sieht meist folgendermaßen aus: Nach dem Überqueren der blauen Linie wird man von den verteidigenden Spielern höchstwahrscheinlich in Richtung Bande abgedrängt und gerät dabei unter Druck. Meistens ist die Reaktion: Ich muß den Puck schnellstmöglich abspielen und als im ersten Moment bestmögliche Anspielstation erscheint ein mitgefahrener Stürmer in der Mitte des Angriffsdrittels oder gar an der gegenüberliegenden Bande. Leider warten viele erfahrene Gegenspieler genau auf diesen Pass. Mit ein paar schnellen Schritten schneiden sie diese Passroute ab und befinden sich damit bereits in vollem Lauf auf dem Weg zum Tor, während ihr noch in der Vorwärtsbewegung seid.
Deine Verteidiger, die wahrscheinlich nach vorne orientiert sind oder an der blauen Linie stehen geblieben sind, haben dann keine Chance mehr den in vollem Lauf befindlichen gegnerischen Stürmer einzuholen wodurch dieser  alleine Richtung Tor fährt.
In solchen Situationen gibt es zwei Auswege:
A) Den „langsamen Verteidigern“ die Schuld  geben und Kopfschüttelnd zum Wechseln  fahren, oder
B) den Puck entlang der Bande „tief“ (also hinter das Tor) oder einfach in Richtung Tor zu spielen.
Dabei ist es zwar auch möglich, dass der Puck bei einem gegnerischen Spieler landet, aber dieser ist in jedem Fall noch tief im Drittel und muss erst wieder Tempo aufbauen bzw. können deine Mitspieler mittels Forechecking Druck auf ihn ausüben um so Fehler zu provozieren und wieder in Puckbesitz zu kommen.

#3 Bei Puckbesitz im Angriffsdrittel nicht auf die eigenen Verteidiger vergessen

Auch wenn Eishockey ein Mannschaftssport mit 5 Feldspielern ist, ergibt es sich viel zu oft, dass nur ein oder zwei Spieler mit dem Puck spielen. Das eigentliche Problem nach dem Eindringen in das Angriffsdrittel ist, sich dort auch zu etablieren und Torchancen herauszuspielen.
Die wichtigste Regel lautet hier: Beweg dich ohne Puck und lauf dich frei. Ein typischer „Dangler“ (ein Spieler der sich toll mit kleinen Haken und Körpertäuschungen durch die gegnerische Mannschaft spielen und den Puck abdecken kann) kann zwar Zeit rausholen um seinen Mitspielern zu ermöglichen Einschußpositionen zu beziehen – doch gelingt dies nur, wenn sich die anderen Stürmer auch aktiv in den „freien Raum“ bewegen.
Bei unerfahrenen Spielern werden dabei zumal fast nur die drei Stürmer einbezogen und auf die Verteidiger vergessen. Dieses Verhalten führt oft dazu, dass die 3 Stürmer sämtliche Gegenspieler auf sich ziehen und deshalb unnötig in Bedrängnis geraten. Die Folge sind unkontrollierte Pässe und Puckverluste.
Ein Zuspiel zu den an der blauen Linie wartenden Verteidigern kann den Druck von den Stürmern nehmen und gleichzeitig das Spiel in die Breite ziehen. Dadurch wird es für die verteidigenden Spieler schwieriger einen einzelnen Spieler zu pressen, wodurch wiederum der Puck führende Spieler mehr Platz zur Verfügung hat und dadurch etwas mehr Zeit bekommt um gezielt abspielen oder aufs Tor schießen zu können.
Durch solche Fernschüsse (egal ob Schlagschuß oder Handgelenks-Schlenzer) auf das Tor ergibt sich für die Stürmer oft die Möglichkeit einen Schuss abzufälschen oder einen Rebound zu verwerten.
Hier noch ein Video mit einigen Erklärungen:
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Hier findet ihr die Tipps #1-3 für Verteidiger und Tipps #4-6 für Verteidiger sowie Tipps #1-3 für Goalies.

Viel Spaß beim Umsetzen – Mehr Tipps auch für Verteidiger und Goalies auf www.eishockey.cc