Ihnen werden einige Dinge nachgesagt. Sie seien Eigenbrödler und seltsame Typen, haben eine masochistischen Ader und bekommen viel zu oft viel zu wenig Anerkennung. Denn nur wirklich tapfere Spieler entscheiden sich für die möglicherweise schwierigste Position im Eishockeysport – der des Torhüters.
Gutes Goaltending macht 70 % der Mannschaftsleistung aus, schlechtes leider 100 %. Für Feldspieler ist die Komplexität der Goalie-Position nicht so leicht nachvollziehbar. Um für ein leichteres Verständnis zu sorgen unterteilen wir für die Eishockey-Goalie Position die Tipps in die Bereich „Technical“, „Tactical“ und „Mental“.

 #1 Welche Ausrüstung braucht ein Goalie

Technical Tipp: Im Gegensatz zur normalen menschlichen Reaktion, nämlich der, einem mit hoher Geschwindigkeit anfliegenden Puck auszuweichen, müssen sich Tormänner (und natürlich auch Torfrauen) dem Puck in den Weg stellen. Damit dieses Vorhaben nicht zu schmerzhaft wird, benutzen Goalies eine spezielle Torhüterausrüstung:
Goalie Maske (Fiberglas mit speziellem Gittervisier) – Kehlkopfschutz (Kunststoff) – Halsschutz (Nylon) – Brustschutz – Stockhandschuh (Blocker) – Fanghandschuh – Torwarthosen – Tiefschutz – Knieschutz – Beinschoner – Torwart Schlittschuhe – Torwart-Schläger.
Natürlich gehören dazu auch noch die obligate Unterwäsche, eine Trinkflasche mit langem Trinkhalm, eine Goalie Tasche sowie Ersatzfußriemen um die Beinschoner an den Beinen bzw. Schlittschuhen zu befestigen.
Auch bei den Torleuten gibt es „linke“ und „rechte“. Der überwiegende Teil der Torhüter spielt mit der Stockhand rechts und der Fanghand links. Für das Spiel an sich ist das egal, doch für die Beschaffung der Ausrüstung ist dies wichtig und dabei zu bedenken, dass die Seiten nicht einfach mit dem gleichen Material gewechselt werden können.

#2 Konzentriere dich auf den Puck, er ist dein Gegner!

Tactical Tipp: Vor dem Tor ist meist viel los. Einerseits ist die Sicht durch die Goaliemaske etwas beeinträchtigt und dazu versuchen gegnerische Stürmer auch noch dem Tormann die Sicht zu nehmen. Hier den Überblick zu behalten ist für den Torhüter oft nicht einfach. Deshalb empfehlen erfahrene Goalies: Achte nur auf den Puck, nicht die Spieler!

Für den Tormann ist es unmöglich alle potenziellen Anspielstationen im Auge zu behalten. Immerhin muss er ja auch darauf gefasst sein, dass der Stürmer direkt auf das Tor schießt. Sollte der puckführende gegnerische Spieler zu einem Mitspieler abgeben und nicht selbst schießen, ist für die „Entschärfung“ des Passempfängers in erster Linie einer der Verteidiger verantwortlich.
Aber dies bedeutet nicht, dass man sich als Goalie nicht auch einen Überblick verschaffen kann. Vor allem wenn die gegnerischen Spieler einen schnellen Gegenangriff spielen und noch weit vom Tor entfernt sind. Da sollte sich der Tormann zumindest, sobald die Gegner die rote Linie überqueren, einen groben Überblick darüber verschaffen, wie viele Gegner gleichzeitig auf ihn zufahren. Dadurch kann er abschätzen wie sich der Spielzug weiterentwickelt.

#3 Du kannst nicht jeden Puck stoppen!

Mental Tipp: Eishockey ist für gewöhnlich ein Spiel mit vielen Toren. Deshalb ist es für den Goalie statistisch gesehen unmöglich stets mit einer weißen Weste nach Hause zu gehen. Auch wenn es jedes Mal weh tut und manchmal auch „blöde Fehler“ dazu führen, Tore zu bekommen ist Teil der Torhüterlebens. Finde dich damit ab, konzentriere dich auf das Spiel und nicht das letzte Tor das du bekommen hast!

Egal wie schlimm dein Fehler war oder wie sehr du wieder einmal von den Verteidigern in Stich gelassen worden bist, das Leben und das Spiel gehen weiter. Suche dir deshalb ein Ritual, das dir hilft nach einem Gegentreffer möglichst schnell wieder den richtigen und positiven „state of mind“ zu finden. Viele Profitorhüter drehen sich erstmal um, nehmen die Maske hoch und trinken einen Schluck. Da sie dieses Verhalten aber auch nach jedem „Big Save“ durchführen, finden sie so schneller wieder zurück ins Spiel.

Wenn ich jeden Fehler einfach vergesse, wie soll ich dann etwas dazulernen?
Fehler sind ein wichtiger Bestandteil jedes Lernprozesses – so auch beim Eishockey. Aber auf dem Eis ist nicht die Zeit und auch nicht der Ort um deine Fehler zu analysieren. Dafür ist nach dem Spiel noch genügend Zeit.

Hier findet ihr die Tipps #1-3 für Verteidiger und Tipps #4-6 für Verteidiger sowie Tipps #1-3 für Stürmer.

Viel Spaß beim Umsetzen – Mehr Tipps auch für Stürmer und Verteidiger auf www.eishockey.cc