In Teil1 unserer dreiteiligen Serie haben wir uns schon fünf Typen von etwas verwirrten und speziellen Eishockeyspielern gewidmet. Bei genauer Beobachtung gibt es scheinbar kaum „normale“ Eishockeyspieler, vielmehr bekommt man den Eindruck, man befindet sich in einem psychologischen Testlabor (grins, danke für das kleine weiße Zuckerl. Ist ein „Atemfrisch“ oder?! Grins.). Mit welchen hygienischen Sonderlingen und Spinnereien ihr eventuell so umgehen müßt, erfährt ihr hier in unserem zweiten Teil.

Der Nostalgiker

Ihr erkennt sie ohne Problem beim ersten Betreten der Umkeidekabine. Er ist das typische Abbild dieses Typen, der schon vor gut 20 Jahren in der Umkleidekabine saß, und den seine damaligen Kollegen schon nach dem Museum gefragt haben, aus dem er seine Ausrüstung geholt hat.

Es könnte einerseits einfach am Geiz, oder seinen unendlich vielen positiven Erfahrungen mit ein und der selben Ausrüstung zusammen hängt. Oder aber es ist einfach Cainophobie, also die Angst vor Neuem. Hat ein cainophobischer Eishockeyspieler erst einmal den Schlittschuh seines Vertrauens gefunden, gibt er ihn nie wieder her. Sind irgendwann die Kufen komplett weggeschliffen, schlittert er beim Eishockey eher auf den Kufenhaltern über das Spielfeld, als über die Anschaffung eines neuen Paares nachzudenken.

Gleiches gilt für die Unterwäsche, die Schützer und den Eishockeyschläger. Damit erweist er sich als größte Umsatzbremse in der Sportartikelbranche. Natürlich gibt es da auch das Gegenstück zu dieser Phobie, das sind dann die Typen (Modernisten paßt nicht ganz), die sich immer mit Statussymbolen wie den teuersten Eishockeyschuhen oder dem aktuellsten ultraleichten Schläger ins rechte Licht zu rücken versuchen.

Ich bleibe ewig am Eis Typ

Kennt ihr den Typ? Den einen, der grundsätzlich nicht freiwillig wechseln kommt, oder der sich auf der Spielerbank grundsätzlich nicht hinsetzt sondern immer irgendwo herumsteht oder herumschwirrt und irgend eine Kleinigkeit zu erledigen hat.

Es könnte sich dabei um einen Kathisophobisten handeln. Das sind Typen die unter der Angst leiden, sich hinzusetzen. Das klingt nicht nur ungemütlich, es macht auch das beim Eishockey übliche Zusammensitzen nach einer Eiszeit zu einer wahren Folter.

Solltest du also einen oder mehrer Mitspieler haben, die in der Regel nicht daran denken jemals freiwillig zum Wechsel zu fahren, könnte es sich um Spieler handeln, die Bammel davor haben, zu wenig Eiszeit zu bekommen, oder sich aber vorm Hinsetzen fürchten.

Der Stinker

Für die meisten Spieler geht es nach dem Spiel unter die Dusche. Eine Ausnahme bildet der

Ablutophobiker, der schon bei dem Gedanken ans Waschen Höllenqualen erleidet. Er ist unschwer an seinem markanten Eigenduft zu erkennen, der sogar den für Eishockey-Umkleidekabinen typischen Testosteron und Schweiß geschwängerten Geruch überlagert (was ja fast unmöglich erscheint).

Das Vorhaben, den Stinkbolzen einer Zwangsdusche zu unterziehen, scheitert meistens an den fehlenden hygienischen Einweghandschuhen um den Stinker ohne Gesundheitsgefährdung in die Dusche zu zerren, oder auch einfach dann an den Klemmern, die Angst davor haben für diese Aktion ihr gesamtes Duschgel abgeben zu müssen.

Und dann gibt es – wenn auch eher selten – das absolute Gegenteil des Stinkers:

Den Parfümheini

Und das ist der Ausnahmefall: Denn wie oft hat es dich schon in eine Umkleide verschlagen, in dem der würzig-herbe Männergeruch von puffähnlichen Parfümschwaden überlagert wurde? In dem Fall dürfte vor dir ein Bromidrosiphobiker drin gewesen sein.

Diese Leute führen ein ganzes Arsenal an Duftutensilien mit sich, um gegen den für sie unerträglichen Körpergeruch anzukämpfen. Duschgel, Deostick, Fußcreme und natürlich Parfums gehören zu ihrem Arsenal. Ebenso gut könnte es sich um einen Autodysomophobiker gehandelt haben, der aus Angst selbst schlecht zu riechen, ähnliche Waffen benutzt.

Ein ganz spezieller möglicher Kandidat ist der Verminophobiker, der sich so vor Bakterien fürchtet, dass er neben dem Parfum ein großes Sortiment von Sagrotan-Duschgel, einen Bonsai-Kärcher zum Reinigen der Zehenzwischenräume und Salzsäure-Spray zum Desinfizieren der Badelatschen mit sich führt.

Wer sich nun schon ganz benebelt fühlt, kann sich im letzten Teil unserer Eishockey-Spinnereien-Serie über ein paar andere, garantiert geruchsfreie Typen wundern.