Sie sind ja eigentlich stahlharte Typen. Absolut focusiert, unerschrocken, gehen keinem Zweikampf aus dem Weg, sind gegen Verletzungen immun und dazu noch bärenstark: diese fast übermenschlichen Lebewesen, besser bekannt als „Homo Eishockeykus“!
Doch hinter der harten Schalte verbergen sich oft kleinere und größere Ängste, Zwänge oder Spinnereien, von denen der begeisterte Zuschauer – und teilweise auch die Mitspieler – in der Regel nichts ahnen. Wir haben uns mal die unterschiedlichen Typen angesehen und sind auf eine erstaunliche Vielfalt von „Macken“ und „Neigungen“ gestoßen.

Der „blos keinen Fehler machen“ Typ

Schöne Spielzüge, ideale Pässe und Zuspiele zu Mitspielern sind die eine Sache. Eine völlig andere Sache ist es jedoch, den Puck im gegnerischen Tor unterzubringen. Gute Angriffsspieler zeichnen sich im Eishockey vor allem durch ihre „Kaltschnäuzigkeit“ vor dem Tor und ihre hohe Torgefährlichkeit aus.

Was einerseits mit dem Selbstvertrauen eines Spielers zusammenhängt, wird beim Atychiphobiker andererseits von dessem Unterbewußtsein sabotiert. Egal wie exzessiv sie üben und trainieren, sie haben so viel Angst zu versagen, dass sie sich mental selbst blockieren und lieber erst einmal über die Tagesform des Torwarts nachgrübeln und in Gedanken eine Zeichnung machen, wohin sie den Puck am besten schießen sollten. Zum Schuss kommen sie dann zumeist gar nicht mehr, weil der Gegner schneller war und längst mit dem Puck zum Konter übergegangen ist.

Angst davor ein Tor zu schießen

Ein ganz anderes Problem haben zeitweilig vor allem Stürmer zu überwinden. Einige von ihnen entwickeln oft eine Art „Torschlusspanik“, nämlich wenn sie in mehr als einem Match keinen erfolgreichen Torschuss vorweisen können.

Für psychologisch bewanderte Mitspieler gilt es herauszufinden, ob es sich um das Unvermögen ein Tor zu schießen, oder der Angst davor ein Tor zu schießen, handelt. Zweiteres hat nichts mit dem Können des Mitspielers zu tun, sondern ist eine Erkrankung, die Methatesiophobie, die Angst vor Veränderung und/oder vor Erfolg.

Spieler, die darunter leiden, fühlen sich beim Underdog, beim Verlierer-Team wesentlich wohler als beim Tabellenführer, da bei Letzterem das Risiko, auch ein Tor schießen zu müssen, deutlich höher ist.

Die „lebenden Hydranten“

Auch sie gibt es zur Genüge. Sie sind gerne gesehene Gegner, werden aber in den eigenen Reihen eher als „Sündenböcke“ und Ausreden verwendet. Gemeint sind die Tachophobiker. Beim Eishockey ist ja nicht nur Körpereinsatz erlaubt, es geht auch richtig schnell zu (zumindest in der gefühlten Wahrnehmung).

Der Puck kann ein Tempo von über 150 km/h erreichen und schwirrt zum Teil in unangenehmer Schnelligkeit und Höhe durch die Reihen. Da ist nix mit Schlurfschritt. Wer rechtzeitig ausweichen will, sollte besser flitzen.

Tachophobiker lassen sich jedoch weder von Schlagschüssen, noch von guten Argumenten oder gar mit Gewalt zu Sprints überreden. Jede rasche Bewegung löst sofortiges Hecheln und Seitenstechen aus. Und manchmal versuchen sie ihre mangelnde Aktionsgeschwindigkeit mit „zu aktiver Stocktechnik“ zu kompensieren.

Der „ich kämpfe bis nach dem Schlußpfiff-Typ“

Realistisch gesehen muss jedes Team irgendwann einmal eine Niederlage einstecken. Die Frage ist dabei immer, von welchem Gegner. Und wer möchte schon gegen seinen absoluten Erzfeind verlieren.

Statistisch gesehen gibt es ihn in jedem Team, den Kakorrhaphiaphobiker, den Typen, der einfach nicht verlieren kann. Um einen solchen Misserfolg zu vermeiden, trainiert er wie ein Besessener und drängt sich ohne Bedenken in die Rolle des großen Motivators.

Dabei beschreiten diese Typen eine Gratwanderung, unterliegen sie doch zudem dem Drang ihre Mannschaftskollegen anzuschreien nachdem sie selbst den Puck verloren haben, aber zu schwach sind, nachzufahren.

Der „Handshake-Verweigerer“

Ist Dir schon einmal aufgefallen, dass einige Spieler beim Eishockey jedem Körperkontakt aus dem Weg gehen? Ob „High Five“ nach dem Torerfolg, Abklatschen nach dem Spiel oder einem gezielten Check, sie ducken sich oder drehen rechtzeitig ab.

Grund hierfür könnte eine Aphephosmophobie, die Angst vor der Berührung (durch andere Lebewesen), sein. Bereits ein leichtes Anstoßen kann für die Betroffenen eine Tortur sein. Gruppenkuscheln macht sie völlig kampfunfähig.

Eng verwandt mit diesem Phänomen ist die Chiraptophobie, bei der meist schon ein Handkontakt ausreicht, um einen darunter leidenden Spieler völlig aus dem Konzept zu bringen. Also aufgepaßt, wer bei der nächsten Eishockeyeinheit auf den Handshake verzichtet.

Wer beim Eishockey unter derartigen Phobien leidet, darf sich des Spotts seiner Mitspieler sicher sein. Daher neigen die Betroffenen dazu, sich davor zu fürchten, von den Mitspielern abgelehnt zu werden. Wenn Du nach Ängsten der besonderen Art suchst, lohnt es sich deshalb, auf Zeitgenossen zu achten, die regelmäßig die Biervorräte auffrischen oder sich anderweitig einzuschmeicheln versuchen. Bei dieser Spezies wirst Du garantiert fündig.

Hier gibt es ein nettes Video dazu:

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Zum einen und/oder anderen Problem hat wohl jeder sofort einen oder mehrer Namen und Portraitbilder im Kopf. Überlegt doch mal, ob ihr nicht selbst zur einen oder anderen Gruppe gehören könntet…und falls nicht: Wir stellen euch in Teil zwei und Teil drei unserer dreiteiligen Serie noch andere „spinnerte Typen“ von Eishockeyspielern vor.