Jetzt mal ehrlich: Schafft ihr es, eure Eishockeyausrüstung ohne Atemschutz aus dem Trockenraum zu holen?
Beim Spiel selbst wird ja durch die Mundatmung (aufgrund des Anstrengungsgrades) der Geruch der Ausrüstung nicht als so intensiv wahrgenommen. Doch wird die Ausrüstung erst zum Trocknen in den Keller oder einen Lagerraum gebracht, dort sauber aufgehängt, ändert sich die Atmosphäre dieses Biotops schlagartig. Die Bakterien im Schweiß können sich in allen Ausrüstungsteilen ungestört vermehren und einen beißenden Gestank verbreiten. Die Frauen und Lebenspartnerinnen vieler Eishockeyspieler verweigern daher vehement, in diese Räume zu gehen.

Warum stinkt das Zeugs eigentlich so?

Der Schweiß selbst ist eigentlich geruchsneutral, doch die über den Schweiß in die Kleidung abgesonderten Bakterien sorgen dafür, dass der beißende Geruch entsteht. Moderne Sportbekleidung aus Funktionsfasern bringt den Schweiß gut von der Hautoberfläche nach außen, doch nimmt teilweise den Geruch recht stark auf. Einige Gewebe haben schon antibakterielle Silberfasern eingearbeitet. Doch das Wichtigste gegen den Geruch ist schlicht und einfach das Waschen, denn kein Deo oder Spray kommt dauerhaft gegen den Geruch an. Dass der Gestank in den Eishockey-Sachen viel nachhaltiger ist, wissen Eishockeyspieler und deren Familien nur all zu gut.

Was kann man nun dagegen tun?

Kurz gesagt: nicht wirklich viel! Es gibt zwar einige Produkte, aber die Wirksamkeit ist leider etwas beschränkt.  Doch man kann da durchaus „methodisch“ an die Sache herangehen und wenn schon nicht ganz geruchsfrei, so zumindest deutlich weniger stinkende Eishockey-Sachen bekommen:

1) Ausrüstung sofort auslüften und trocknen lassen.

Nach der Eishockey-Partie sollten die Sachen so rasch wie möglich aus dem Bag raus und zum Trocknen aufgehängt werden. Aus Erfahrung helfen antibakterielle Sprays (gibt es auf Naturbasis oder als chemische Keule), die noch vor dem Trocknen auf die Sportsachen aufgesprüht werden, gleich von Beginn an die Duftnote einzudämmen. Auf jeden Fall kann auch die gleichzeitige Verwendung eines Raumduftes im Trockenraum nicht schaden.

2) Einweichen und Waschen

Die unter der Ausrüstung getragene Sportwäsche, kann wenn möglich, gleich nach dem Gebrauch in einer Essig-Wasser-Mischung für 30 Minuten bis 1h eingeweicht und dann sofort in der Waschmaschine gewaschen (evtl. mit speziellen Waschmitttelzusätzen) werden. Ohne diese Prozedur werden speziell bei Funktionsfasern – die nur mit geringer Temperatur gewaschen werden sollten – die geruchsbildenden Bakterien nicht abgetötet und damit der Geruch nur kurzweilig bekämpft. Wichtig ist ja besonders bei Funktionsbekleidung, diese nicht mit Weichspüler zu waschen, da dadurch die Membranen verklebt und die Schweiß abtransportierende Funktion verschlechtert wird.

3) Ab in den Tiefkühlschrank

Die getrocknete Ausrüstungsteile (zumindest die kleineren wie Ellbogenschützer und Handschuhe) bzw. die Sportwäsche (zumindest die, die hartnäckig stinkt) nun in Plastiksäcken verschlossen in die Tiefkühltruhe geben und 1-2 Tage dort durchfrieren lassen. Die Sachen müssen natürlich rechtzeitig vor der nächsten Benützung wieder „aufgetaut“ werden. Die Bakterien gehen durch die Kälte in eine Art Ruhe-Modus, wodurch sie keine geruchsbildenden Abfallstoffe produzieren. Die Wirkung läßt aber mit der Zeit wieder nach.
Die Behandlung der Ausrüstung durch Hitzeeinwirkung ist kaum Erfolg versprechend, da die Temperatur schon sehr hoch (rund 100 °C) sein müßte, und dabei die Schützer und Ausrüstungsteile eher kaputt gemacht (Verformung) werden. Genauso können die Bakterien durch Kälte erst ab ca. minus 100 Grad abgetötet werden.
Es gibt auch spezielle Ausrüstungstaschen in die mittels eines Gebläses Ozon eingeblasen werden kann, welches Bakterien abtötet. Nachteil dieser Variante ist jedoch das Gefahrenpotential in geschlossenen Räumen, da Ozon für den Menschen giftig ist.

4) Auf die Lagerung kommt’s an

Wenn die ersten drei Schritte – für einen Teil der Schützer wird leider aufgrund der Größe nur das Trocknen, das mit antibakteriellen Spray Einsprühen und gutes Durchlüften klappen – funktioniert haben, sollte auf die richtige Lagerung geachtet werden. Für viele Hobby-Spieler ist der Spielrhythmus auf 1-3 Einsätze pro Woche beschränkt. Dadurch ergibt sich notwendigerweise einiges an „Lagerzeit“. Nun ist es wichtig, die gereinigten und getrockneten Sportsachen nicht in geschlossenen Sporttaschen zu verwahren, da hier zwangsläufig ein etwas bakterienfreundlicheres Klima (eine feuchte Atmosphäre) herrscht und die Gefahr besteht, dass die Sachen sogar Schimmel anlegen. Besser ist es, die Ausrüstung offen aufzuhängen oder in Luftdichten Plastikboxen (man kann hier z. B. Sandelholz-Säckchen oder Lavendel-Säckchen gegen einen muffigen Geruch dazu legen) zu verstauen und erst kurz vor dem nächsten Einsatz wieder in die Sporttasche zu packen.
So oder so, gibt es für Eishockey-Ausrüstungsteile /-Bekleidung keine zu hundert Prozent helfende Methode. Doch auch, wenn „nur“ ein großer Teil der Geruchsbelästigung eingedämmt werden kann, ist schon viel geholfen.
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