Das ist sie, die ursprünglichste Form Eishockey zu spielen: die Teich-Hockeypartie.

Der kalte Winter hat das Land richtig im Griff und die tiefen Temperaturen sorgen für dicke Eisschichten auf den Seen und Teichen in der Umgebung. Was gibt es da schöneres, als auf eben diesen mit ein paar Kumpel „Eis zu hackeln“?!

Wie haben wir das in unserer Kindheit genossen: Nach der Schule nach Hause, rasch das Mittagessen verdrückt, die Hausaufgaben erledigt und dann ab zur nächsten zugefrorenen Wasserstelle, um bis zum Einbruch der Dämmerung dem schwarzen Kobold nachzujagen und die Spielszenen der Idole nachzuspielen. Und wie genießen wir es nun, dies an den Wochenenden mit unseren Kindern (und zugegeben, auch mit 40+ sind wir große Kinder geblieben) zu tun. Damit der Natur-Eishockey-Spaß auch wirklich ein solcher wird, geben wir euch ein paar Tipps mit auf den Weg.

Sicher ist Sicher!

Oberstes Gebot beim Spielen auf Seen, Teichen oder zugefrorenen Kanälen ist die Kenntnis der Eisstärke und Eisbeschaffenheit. Denn in offenen Gewässern kann das Einbrechen im Eis rasch zur lebensbedrohlichen Situation werden. Also nur auf von Experten freigegebenen Eisflächen spielen, oder dort, wo ihr selbst die Eisbedingungen kennt. Als Faustregel könnt ihr euch an ca. 12-15cm Eisstärke (bei festem Kerneis – also keinem „Schnee-Eis“) für ein wirklich sicheres Betreten orientieren! Im Zweifelsfall solltet ihr lieber nicht aufs Eis gehen.

Frag die „Locals“

Nachdem die Eisstärke auf einer Natureisfläche in Stärke und Beschaffenheit variiert, solltet ihr mit „Locals“ sprechen, die die Gegebenheiten kennen. Meidet Bereiche in denen fließendes Wasser in den Teich/See mündet bzw. Bereiche mit Quellen und in denen Luftblasen vom Boden aufsteigen. Dort ist das Eis mit Sicherheit dünner und weniger tragfähig. Ein gewisses „Krachen“ gehört zum Wachsen des Eises dazu. Problematischer ist ein „Schricken“ oder „Knacken“, denn dann herrscht akute Einbruchgefahr.

Teich-Hockey Basics

Teich-Hockey, oder wie die Kanadier es nennen „Pond Hockey“, wird ohne Tormänner auf „Locherlan“ –  das sind kleine nicht genormte Tore – gespielt. Falls gerade keine kleinen Tore zur Verfügung stehen, reichen auch zwei Holzkisten (Kunststoffkisten brechen bei der Kälte) oder im Notfall einfach zwei Paar Schuhe die in gleichem Abstand als Tormarkierungen aufgestellt werden, aus.  Falls ihr auf Spiegeleis spielt, gibt es keine Spielfeldumrandungen. Falls auf dem Eis jedoch eine Schneeschicht liegt, müsst ihr diese ohnehin wegschieben und könnt damit auch klare Spielfeldbegrenzungen gestalten.

Achte auf den Sonnenstand

Richtet das Spielfeld so aus, dass keines der beiden Teams von der Sonne geblendet wird – ihr könnt natürlich auch einen Seitenwechsel einplanen. Die Team-Stärke kann von 2 vs. 2 bis zu einer größeren Anzahl an Mitspielern variieren – ähnliches gilt auch für die Spielfeldgröße. Gespielt wird bis eine gewisse Anzahl an Toren erreicht ist: z. B. welches Team zuerst 5 Tore erzielt hat, gewinnt.

Wieviel Ausrüstung ist notwendig?

Nachdem Teich-Hockey ohne Körperkontakt und ohne Schlagschüsse gespielt wird, reichen Schienbeinschützer und Handschuhe als Schutzausrüstung aus (Helme sind natürlich auch zu empfehlen). Da ihr meistens etwas an Wegstrecke zum Eis zurücklegen müsst, spart ihr mit weniger Ausrüstung auch an Ballast, den ihr zum Spielfeld tragen müsst. Worauf ist zu achten?

Ein paar einfache Dinge verhelfen zu anhaltendem Spielspaß. Es gilt: wer den Puck über die Spielfeldumrandung rausschießt, muß diesen auch wieder holen fahren. Nachdem das Eis auf dem Wasser wächst, bilden sich Risse – achtet schon bei der Platzwahl auf die Eisbeschaffenheit und damit auch darauf hier nicht mit den Kufen hängen zu bleiben.

Was mitgebracht wird, wird auch wieder mit nach Hause genommen

Nachdem der Sport in der Natur gespielt wird, gilt: Was mitgebracht wird, wird auch wieder mitgenommen. Also keinesfalls Müll oder Spielutensilien am Eis oder Ufer liegen lassen. Anders als in temperierten Eishallen kann es am Teich oder See schon mal richtig kalt werden. Also genügend Kleidung mitnehmen und vor allem nach dem Spiel und in den Pausen darauf achten, euch windfest und warm einzukleiden. Damit vermeidet ihr lästige Verkühlungen, die euch ja vom Eishockey-Spielen abhalten würden. Nehmt euch ggf. Eine Thermosflasche mit warmem oder heißem Getränk mit und evtl. auch ein paar Bananen oder Müsliriegel zur Stärkung zwischendurch.

Holt die ganze Familie dazu

Und schließlich ist Teich-Hockey auch ein Sport der euren Freundeskreis und eure Familien näher zusammenbringt. Also motiviert doch eure Partnerin, die Kinder und auch eure Freunde mitzukommen. Denn auch am Teich ist Publikum erwünscht.

Wir von Eishockey.cc wünschen euch viel Spaß beim Teich-Hackeln…und falls ihr es etwas professioneller angehen wollt, hier zwei Videos, wie Teich-Hackeln Supreme aussehen könnte.

 

PS: und was zum ultimativen traditionellen Teich-Hackel-Spaß dazugehört: holt eure ältesten Trikots (Vintage-Shirts) raus und spielt in euren Lieblingsfarben. Dann macht das ganze gleich nochmal so viel Spaß.