Nicht nur für Eishockey-Neulinge, auch für arrivierte Hobby-Eishockeyspieler ist eine Eiszeit mit weiblicher Beteiligung etwas nicht alltägliches. Nicht, daß Frauen nicht Eishockey spielen könnten, doch das Eindringen in eine vermeintlich männliche Domäne kann für Unsicherheit bei den harten Jungs sorgen. Wie soll Mann mit Frau umgehen? Damit diese Eiszeiten nicht mit peinlichen Momenten einhergehen, gibt es ein paar Verhaltensregeln die beachtet werden sollten.

Gemeinsame vs. getrennte Umkleidekabine

Üblicherweise bekommen Mädchen bzw. Frauen eine eigene Umkleidekabine bei gemischten Eiszeiten zur Verfügung gestellt. Oft ist das eine kleinere Schiedsrichterkabine mit eigenen Duschen. In dem Fall ist ja alles klar und stressfrei.

Sollten die Damen aber in der Männerkabine untergebracht sein, heißt es sich zusammenreißen liebe Männer und die Umgangsformen etwas anpassen. In diesem Fall bekommen die Damen eine Ecke oder Nische in der sie etwas vor Blickkontakt geschützt sind bzw. nicht gleich vom Eingang her gesehen werden. Natürlich sind abfällige Gesten oder schamloses, nacktes Balzgehabe absolut tabu!

Körperkontakt aber keine Checks

Am Eis gilt bei gemischt geschlechtlichen Eishockey-Spielen zwar nicht „don’t touch“, aber checken oder an die Bande fixieren bzw. hartes Einsteigen gegenüber den Damen sind definitive no go’s. Umgekehrt müssen die Damen Fingerspitzengefühl im Körperspiel beweißen, da die männlichen Kollegen mit reduziertem Einsatz und damit auch mit weniger Körperspannung unterwegs sind. Also bitte keine unfairen Attacken von eurer Seite.

Nach einem gemeinsamen Torerfolg kann selbstverständlich ein „Fist Pump“ mit der weiblichen Mitspielerin erfolgen. Ein gut gemeinter Klaps aufs Gesäß ist aber auf jeden Fall falsch am Platz.

Keine Vorurteile

Doch eine Sache sollte von vorne herein klar sein: auch Mädels können „echt gute Eishackeler“ sein! Wer als Hobby-Eishockeyspieler einmal mit oder gegen Frauen gespielt hat, die aus einer Frauenmannschaft kommen, wird verstehen was gemeint ist. Was die Damen an körperlichen Nachteilen in puncto Schnellkraft, Gewicht und damit Wucht im Körperspiel haben, machen sie oft durch Finesse und gute Hände wett. Eishockey stellt eine eindeutige Situation bezüglich Gleichbehandlung dar: Klar ist, daß Eishockey spielende Frauen am Eis keine Geschenke haben sondern gleich gefordert, gleich wie die männlichen Mitspieler behandelt werden wollen.

Eines ist dabei für Männer sicher eine mentale Hürde – wie gehe ich mit der Mitspielerin auf der Spielerbank um? Einerseits halten Mädels die Eishockey spielen schon einiges an Kritik oder „trash talk“ aus. Andererseits können z. B. Anfänger durchaus auch von den Damen Ratschläge annehmen – im Gegenteil sie sollten das tun. Denn wie schon angesprochen machen Mädels körperliche Nachteile oft durch Finessen wett – was mit Spielverständnis einhergeht – was wiederum auch für Einsteiger hilfreich ist.

Ladies first – zumindest beim Duschen

Abschließend gibt es noch eine Besonderheit bei gemischten Einheiten: Solltet ihr die selbe Umkleidekabine mit den Mädels teilen, so heißt es nach der Eiszeit warten. Die Damen haben dann Vorrang und die Jungs bleiben solange auf den Spielerbänken oder im Gangbereich. Erst wenn die Mädels nach dem Duschen wieder bekleidet sind, kommen die Männer dran.

Eishockey.cc-Fazit: Eine Eiszeit mit weiblicher Beteiligung ist anfangs etwas ungewohnt, kann aber ein durchaus bereicherndes Erlebnis sein.