Immer wieder passiert es. In den engen Kurven oder beim Antritt zum nächsten Sturmlauf rutschen mir die Eisschuhe durch. Irgendwie habe ich da keinen guten Halt mehr!

Und das ist logisch, denn die Kufen der Eishockey-Schuhe sind zwar aus Stahl, welches grundsätzlich härter ist als Eis, das aber dennoch abgenutzt wird. Daher entstehen an den Kanten immer wieder Scharten oder Abrundungen oder einfach ein Verlust der Kantenschärfe.

Nun heißt es: „ab zum Eisschuh Schleifen“

Beim Eisschuh-Schliff geht es grundsätzlich um zwei Bereiche:

  1. die Kufen-Form
  2. die Schliff-Form.

Was ist damit gemeint?

Die Kufe liegt nicht über ihre gesamte Länge auf dem Eis auf, sondern wird mit einer Krümmung oder Radius geschliffen. Je geringer die Auflagefläche („Rocker“) ist, desto wendiger und drehfreudiger ist der Eisschuh. Je mehr Fläche aufliegt, desto stabiler läßt es sich dafür auf den Kufen stehen.

Für uns 08/15 Eishockey-Cracks reicht die vorgegebene Form der Kufe ab Produktion. Für fortgeschrittene Eishockeyspieler gibt es aber die Möglichkeit die Kufenform passend zur Spielerposition anzupassen. Weniger Auflagefläche für Stürmer, mehr Auflagefläche für Verteidiger.

Die Kufenform für Normalverbraucher

Für Otto-Normalverbraucher ist (da wir von der Standard Kufenform ausgehen) jedoch die Schlifftiefe bzw. der Radius entscheidender. Alle Eislaufschuhe, ausgenommen die Eisschnellauf-Kufen, werden mit einem so genannten „Hohlschliff“ scharf gemacht. Das heißt, daß ein Radius in das Eisen geschliffen wird, womit zwei scharfe Kanten, die Innenkante und die Außenkante entstehen. Je nach Größe des Schleifradius ist der Schliff aggressiver (= kleinerer Radius) oder weniger aggressiv (= größerer Radius).

Woher weiß ich, welcher Radius für mich paßt?

Nun da hilft dir sicher der gute Fachberater im Schleifshop deines Vertrauens weiter. Grundsätzlich gilt: kleinerer Radius = aggressivere Kanten = mehr Grip in der Kurve aber geringere Geschwindigkeit bei mehr benötigtem Kraftaufwand*. Bei größerem Radius gilt das umgekehrte Verhalten. Schwerere Spieler brauchen durch den größeren Druck auf die Kanten weniger tiefe / aggressive Kanten, leichtere Spieler eher tiefere.

Als Orientierung kannst du folgende Werte her nehmen: Durchschnittliche Hobby-Eishockey-Spieler können mit einem 5/8-Inch Schliffradius (entspricht ca. 13mm Radius = entspricht ca. einer 1-Euro-Münze) kaum etwas falsch machen.

Radius

Quelle: besser-eislaufen.de

Worauf ist beim Schleifen noch zu achten?

Ein guter Schliff ist daran zu erkennen, daß keine sichtbaren Kanten oder Ecken entlang der Kufe sind. Weiters sollten die beiden Kanten synchron, bzw. gleichförmig geschliffen sein. Wichtig dabei ist auch zu kontrollieren, daß Kanten beider Schuhe gleich geschliffen werden.

Professionelle Anbieter schleifen die Kufen mit automatischen Maschinen, die einen durchgehend gleich starken Druck auf die ganze Kufe geben. Dadurch wird der Schliff genauer und ohne Kanten ausgeführt. Nach dem maschinellen Schliff zieht der Schleifmeister die Kanten noch zusätzlich mit einem Schleifstein ab. Dabei werden die beim Schleifen entstehenden Grate entfernt. Schlußendlich werden die Kufen noch mit feinem Schleifpapier oder mit spezieller Schleifwolle poliert.

Eisschuhe schleifen

Wann muß ich das nächste Mal schleifen?

Die Häufigkeit mit der geschliffen wird hängt natürlich vom Verschleiß und der Pflege ab. Um die Kufen möglichst zu schonen sollten unbedingt Kufenschoner aus Gummi oder PVC verwendet werden. Das Herumrennen mit den Kufen auf Stein, Asphalt oder Metall sollte vermieden werden und nach den Einheiten die Kufen abgetrocknet und evtl. mit einem Sharpener-Stick ganz leicht abgezogen werden. Profis lassen ihre Arbeitsgeräte meist vor jedem Spiel schleifen. Für Hobbyspieler reicht es nach durchschnittlich 10 bis 15 Spielen auch aus.

 

*) Durch das Gleiten der Kufe am Eis, entsteht zwischen Eis und Eisen ein dünner Wasserfilm. Je aggressiver der Schliff gewählt wurde, umso mehr Kufen-Auflagefläche trifft auf das Eis und umso mehr Reibung entsteht zwischen Schuh und Untergrund. Damit steigt der Kraftbedarf bzw. sinkt die Geschwindigkeit.