Was es bei der Schlägerwahl beim Eishockey zu beachten gilt

Ohne ihn geht beim Eishockey nichts. Denn ohne ihn wäre Eishockey bloß Eislaufen. Einige Profis machen um ihn fast eine Wissenschaft und beachten jedes auch nur kleinste Detail. Doch auch für Eishockey-Anfänger und Hobbyspieler gibt es einiges zu beachten, oder besser gesagt kann man mit der falschen Wahl hier einiges an Spielspaß kaputt machen. Gemeint ist natürlich der Eishockeyschläger.

Da dem Eishockeyschläger als Spielgerät eine ganz besondere Bedeutung zukommt, möchten wir uns den Hockey-Sticks zuwenden.

Die wichtigsten Kriterien bei der Schlägerwahl

Zur Orientierung gibt es fünf wesentliche Bereiche, die für die adäquate Schlägerauswahl ausschlaggebend sind:

1) Die Schlägerseite

Links oder rechts? Das ist hier die Frage und damit ist nicht die Seite der „Schreibhand“ gemeint, sondern die Seite der Hand, die am Schläger unten ist. Diese Seite hat nicht unbedingt mit der „normalen“ Seitigkeit eines Menschen zu tun. So spielen viele, aber nicht alle, Rechtshänder mit einem „linken Schläger“, also mit der linken Hand unten / näher der Schlägerschaufel.

Die stärkere bzw. koordinativ bessere Hand ist dabei meistens jene am Stockende! Dadurch ist diese Hand u.a. für Schlägerdrehung / -kippen, sozusagen für die Steuerung des Schlägers verantwortlich.

2) Die Schlägerlänge

Eishockeyschläger werden in unterschiedlichen Längen angeboten. Kinder und Jugendschläger sind natürlich kürzer, Erwachsenen-Schläger länger. Die maximale Schlägerlänge beträgt laut Vorgaben des Eishockeyverbandes 63 Zoll = 163 cm. Dies ist die Länge vom Schlägerende bis zur „Ferse“ der Schlägerschaufel, also jenem Bereich, wo Schlägerschaft in die Schaufel übergeht. Die maximale Schaufellänge (Schaufel-Ferse bis Schaufel-Spitze) darf 37,75 cm betragen.

Mit bloßen Füßen am Boden stehend, sollte der senkrecht auf der Schlägerschaufelspitze stehende Schläger für Offensivspieler ca. bis zum Mund (zwischen Kinn und Oberlippe) reichen. Verteidiger können hier noch etwas mehr Länge dazunehmen – ca. bis zur Nasenspitze.
Für besonders große Spieler gibt es noch zusätzliche Schlägerverlängerungen, die bei Composite-Schläger in das Schaftende gesteckt und geklebt werden können. Auf den Eisschuhen stehend, sollte der Schläger in der „üblichen“ Spielposition möglichst mit der ganzen Schaufelsohle auf liegen, dann ist die Schlägerlänge richtig gewählt.

3) Die Schlägerhärte

Je mehr „Flex“ desto besser? Von wegen! Hier ist ein zu großes Selbstvertrauen eher kontraproduktiv. Beim „Flex“ handelt es sich um eine Maßzahl für die „Biegbarkeit“ des Schlägers. Je geringer diese Zahl ist (z. B. Flex 40) desto weicher ist der Schläger. Desto höher die Zahl (bis Flex 110), umso härter ist der Schläger. Siehe auch hier.
Grundsätzlich können für den Flex folgende Bereiche unterschieden werden:
Kinder = 40 Flex; Junior = 50 Flex; Intermediate / Jugend = 60 – 75 Flex, Regular = 85 Flex; Steif = 100 Flex; Extra Steif (= Angeber) = 110 Flex.

Diese Steifigkeit bezieht sich auf den ab Handel gekauften Schläger, wobei sich die Steifigkeit mit Verkürzung des Schlägers (Abschneiden, wenn der Schläger zu lange ist) erhöht und mit Schläger-Verlängerungen verringert!

Für Hobby-Eishockeyspieler ist aus unserer Sicht ein eher geringerer Flex vorzuziehen, damit auch Handgelenks-Schlenzer (und ggf. Schlagschüsse) zumindest etwas an Tempo und Höhe gewinnen. Nur für sehr schwere und kräftige Spieler bieten sich höhere Steifigkeiten an.

4) Die Schaufelbiegung

Sie tragen meist klingende Namen bekannter NHL Spieler: die Schaufelbiegungen der Eishockeyschläger. Egal ob „Lidstrom, Drury, Sakic oder Yzerman, unterschieden werden können bei der Schlägerschaufelbiegung drei Dinge:

Erstens die Form der Schaufelkurve: Ferse, Mitte oder Spitze. Die Bezeichnung erklärt, in welchem Bereich der Schaufel die stärkste Biegung liegt.
Zweitens die Kurventiefe: Die gebräuchlichsten Biegungen haben 9,5 bis 13mm Biegungstiefe (legt man den Schläger mit der Front der Schaufel flach auf den Boden kann man die Höhe der Biegung zwischen Eis und Schlägerblatt abmessen).
Drittens die Öffnung des Schlägerblattes: Sieht man in der normalen Spielposition von oben auf das Schlägerblatt so sieht man weniger (geschlossenes Schlägerblatt) oder mehr (geöffnetes Schlägerblatt) der Schaufelfläche (Front Side). Ein geschlossenes Schlägerblatt hilft beim Stickhandling, bei der Passannahme und bei Backhand-Schüssen. Ein geöffnetes Schlägerblatt bringt beim Schlagschuss den Puck leichter zum Steigen.

5) Das Schlägermaterial = Gewicht

Man sieht sie noch. Beim „Teich-Hackeln“, also bei „old school“ Hobby-Partien: Die Holzschläger. Egal ob „Titan“, „Koho“, „Cooper“ oder „Montreal“, viele Spieler unserer 70er Jahre-Generation haben mit diesen „Holz-Prügeln“ das Eishockeyspielen gelernt. Diese Eishockeyschläger waren definitiv robust, aber dadurch auch sehr schwer. Mittlerweile werden fast ausschließlich leichte Kohlefaser / Composite-Schläger verkauft. Ob es die teuerste Ausgabe sein muss, ist jedem selbst überlassen. Doch zahlt es sich für mehr Spielspaß schon aus, ein ordentliches, leichtes und zur Spielstärke passendes Arbeitsgerät zu benutzen.

Unser Eishockey.cc-Tipp: Immer zwei Schläger bei den Eiszeiten parat haben, denn ein Schlägerbruch kann jederzeit passieren.

Alle wichtigen Begriffe rund um den Eishockeyschläger findest du hier. Tipps zum Schlägertapen findest du hier.