Nun ist sie da, die „fünfte Jahreszeit“, wie die Eishockey-Playoff-Phase noch genannt wird. Die „Spreu“ hat sich vom „Weizen“ getrennt, die Teilnehmer für die KO-Phase der Meisterschaften stehen fest und jede Niederlage, jeder Sieg zählen.

Um sich für diese entscheidende Phase einen Vorteil zu verschaffen, behelfen sich manche Eishockey-Spieler mit mehr oder weniger seriösen „Methoden“ und „Ritualen“.

Beim Barte des Propheten!

Der weitverbreitetste Brauch im Eishockey kommt aus der besten Liga der Welt. Es ist eindeutig der „Play Off Bart“. Was in den frühen 1980er-Jahren bei den damals sehr erfolgreichen New York Islanders in der NHL begonnen hat, ist im Eishockey mittlerweile weltweit zur Tradition geworden: Die Eishockey-Spieler rasieren sich während der Playoffs nicht!

Woher kommt dieser Kult? Schon in den 1970er Jahren hatte der Boston Bruins Spieler Derek Sanderson die Idee ab Beginn der Playoff die Gesichtsbehaarung nicht mehr zu rasieren. In dieser Zeit waren die Vorgaben der NHL-Clubs aber sehr restriktive, wurden doch lange Haare, Oberlippen oder Vollbart der Hippie-Bewegung und damit einer „weichen Einstellung“ zugeordnet. Anfang der 1980er Jahr war die Hippie-Thematik aber längst vom Tisch und damit die Zeit reif, für dieses Ritual. 1980 wurde es von den New York Islanders aufgegriffen. Der Bart sollte den New Yorker Spielern Glück bringen – was er auch in den Saisonen von 1980 bis 1983 tat. Die Islanders gewannen hintereinander 4 Meisterschaften. Dann war es allerdings mit den Erfolgen vorbei, und der Brauch wurde wieder abgeschafft.
Erst rund zehn Jahre später griffen in der NHL die Montreal Canadiens die Tradition wieder auf, was sich in der Zwischenzeit in der ganzen Eishockey-Welt durchgesetzt hat.

Die Regeln dabei sind einfach: Rasiert wird erst, wenn man ausgeschieden ist, oder den Titel gewonnen hat. Motto: „Wer rasiert, verliert.“

Und noch mehr skurrile Riten…

Es gibt aber noch viele andere Dinge, die die Spieler als Aberglaube nutzen. Gerüchten zur Folge wird bei dem einen oder andern Spieler erst dann die Unterhose gewechselt, wenn es eine Niederlage gegeben hat. Immer wieder gibt es ganze Mannschaften, die sich kollektiv die Haare färben. Manche Spieler betreten immer mit dem selben Fuß zuerst die Eisfläche. Andere haben Rituale mit ihren Schlägern, Trinkflaschen oder anderen Ausstattungsteilen.

Wie es sportlich in der laufenden Playoff-Phase auch laufen wird. Sicher ist eins: Die Gesichtsbehaarung kommt bei den meisten Spielern, einigen Trainern und vielen Fans zum Vorschein. Wie das aussieht, ist letztlich egal. Vor allem, wenn es Glück bringt. Wir haben einige Anekdoten gefunden, die für das eine und andere Schmunzeln sorgen.

Wer zwar keinen Playoff-Bart wachsen lassen möchte, sich aber doch zu dieser Tradition bekennt, kann sich u.a. mit Playoff Bart Shirt behelfen. Mal sehen ob das auch bei Fans etwas hilft!