Wenn man so den Profis zusieht, die Berichte in den Foren liest und sich die Videos der „rauh’sten Szenen“ der NHL Spiele ansieht, kann leicht der Eindruck entstehen, Eishockey wäre eine brutale und gefährliche Sportart. Hart, ja. Manchmal rauh und rasant auch, aber nicht zwingend brutal und gefährlich.

Bei den Spaß- und Feierabend-Partien geht es den Protagonisten ja offensichtlich um Spaß und Lust am Eishackeln. In fast jeder Partie gibt es den „Mauler“ ebenso wie den ein oder anderen „Heißsporn“ und die „Zipfer“ – was aber in harmlosen Ausmaßen für Abwechslung und Spaß sorgt. Man kann es ja selbst einschätzen, ob die Stimmung in einer Eishacklerpartie zu einem paßt oder nicht.

Warm Up vermeidet Verletzungen

Was in puncto Verletzungsvorbeugung getan werden kann, sind simple -„sportwissenschaftlich“ begründete Dinge. Ein ordentliches Warm Up wäre natürlich schon mal ein erster guter Schritt – dieses wird aber meistens im Hobbybereich vernachlässigt und in kurzer Form am Eis mittels Einlaufen und Einschießen abgekürzt. Was aber auf keinen Fall ausgelassen werden sollte, ist ein entsprechendes Streching vor den ersten schnellen und kraftbetonten Bewegungen. Für Eishockeyspieler sind da besonders die Aduktoren – das ist die Muskelgruppe an der Innenseite der Oberschenkel – und deren Sehnen bzw. Bänder, für Zerrungen und Schmerzen gefährdet. Ein vorsichtiges Aufdehnen dieser Partie ist daher sehr ratsam. Meistens sieht man Spieler am Eis auf ihren Knien hocken und sich langsam vor und zurück bewegen, wobei die Knie nach außen gespreizt sind und die Eisschuhe möglichst flach aufs Eis gedrückt werden.

Die Oberschenkel Vorder- und Rückseiten können ebenfalls rasch aktiviert werden. Wichtig ist bei all diesen Übungen, nicht für eine zu große Entspannung der Muskeln und Sehnen zu sorgen (dies passiert, wenn eine Dehnposition zu lange gehalten wird), sondern diese mittels kurzerm (ca. 10-15 Sekunden) Streching bewegungsbereit zu machen.

Ein Vollvisier spart Zahnarztkosten

Ein Ausrüstungsteil ist besonders bei Hobby-Eishockeyspielern ein absolutes „must“: das Vollvisier. Natürlich ist die Sicht durch ein Gittervisier etwas eingeschränkt, doch wird dieser Nachteil durch den Schutzfaktor bei weitem aufgewogen. Ein Puck oder Schlägerblatt sind schneller auf Gesichtshöhe als man sich das vorstellen kann – und die Auswirkungen sind dann gleich mal gravierend und teuer. Und auch der härteste Eishockeyspieler hat keine Lust auf umfangreiche Zahnreparaturen, geschweige denn auf Augenverletzungen. Also Köpfchen beweißen und Visier tragen!

Schüsse blocken will gelernt sein

Eine zielsichere Möglichkeit sich zu verletzen ist es, sich quer oder rückwärts in Schüsse oder Schlenzer (Handgelenksschüsse) zu stellen. Eishockeyspieler sind „frontal“ relativ gut geschützt. Die Schienbein- und Knieschützer sind vorne durch die Hartschale gegen fast alle Schüsse sicher. Auch die Eishockeyschuhe sind frontal durch eine harte Schale sicher. Weh tun Schüsse vorwiegend seitlich am Mittelfuß, seitlich am Sprunggelenk und im schmalen Spalt zwischen Eisschuh und Schienbeinschützer. Wenn man sich also zwischen einen Schuß und das eigene Tor stellt, bitte immer frontal und aufrecht! Damit der Puck dann nicht unbeabsichtigt in Richtung Oberkörper und Kopf hochrauscht, den eigenen Schläger mit geradem (senkrechtem) Schlägerblatt halten – nicht dem schießenden Spieler entgegenstrecken (sonst bildet der eigene Schläger die Abschußrampe für den Puck)!

Kollisionen vermeiden

Ein Problem im Hobbybereich sind auch die „Kollisionen“. Hier sind nicht richtige „Checks“ gemeint, denn Checks passieren mit Vorbereitung und Körperspannung. Vielmehr das unerwartete Zusammenprallen von Spielern aufgrund unvorhersehbarer Richtungsänderungen oder Fehler bzw. Probleme beim Eislaufen. Bei solchen Kollisionen fehlt meistens die Körperspannung bzw. passieren sie unverhersehbar und oft in unangenehmen Stellungen – frontal gegen den Oberkörper oder auch im Kopfbereich. Um solche Kollisionen zu vermeiden heißt es besonders „Kopf hoch“, denn mit dem Kopf auf den Puck nach unten gerichtet sieht man nicht wohin man fährt. Und nicht jedes Nachsetzen, jeder volle Einsatz macht Sinn.

Eishockeyspieler sind als „harte Kerle“ bekannt – das muß aber nichts mit Verletzungen zu tun haben. Beherzige diese einfachen Regeln und halte diese Verhaltensvorschläge ein, dann hast du das Verletzungsrisiko gleich mal um einen hohen Prozentsatz reduziert!